Pontoniere Aarburg

seit 1880

 
, Wullschleger Bernhard

Schiffswäsche und Jungpontonier-Prüfung bei den Aarburger Pontonieren am 19. September 2020

Alljährlich Mitte September ist bei den Aarburger Pontonieren der Waschtag für Ihre Boote und Weidlinge welche Ihnen für die Ausbildung und Sport von der Schweizer Armee gratis zur Verfügung gestellt werden. Damit sichert sich die Eidgenossenschaft einerseits den Nachwuchs bei den Genietruppen, andererseits aber auch die Fitness Ihrer Angehörigen der Armee.

Schon bereits am frühen Samstagmorgen sind die Mitglieder: „Alt und Jung“ am Bach anzutreffen um gemeinsam die insgesamt 15 Schiffe aus dem Wasser zu hieven um diese dann einzeln mit Hochdruckreiniger und Muskelkraft von Ihrem über den Sommer angesetzten Schmutz zu säubern. Fast im 15 Minutentakt verlässt ein Schiff sauber „Gepützt und Dargetan“: so würde das ein Walliser nennen, eine der beiden Reinigungsstation an welchen jeweils über 20 Hände mit Scotch-Pad und sonstigen Reinigungsgeräten die Oberflächen der Boote gereinigt werden. Aufsicht darüber hat der Materialverwalter David Schulthess welcher die Arbeiten mit strengen Augen beobachtet und entscheidet welche Schiffe zur Reparatur und Kontrolle zurück ins Zeughaus müssen oder im Lager der Pontoniere überwintert werden.

Punkt 10 Uhr wird das Geschehen für eine Viertelstunde unterbrochen um den vom Aarburger Alt-Bäckermeister Kündig gespendeten Wurstweggen zu geniessen. Weiter werden Boote verladen und an verschiedenen anderen Arbeitsplätzen werden Arbeiten erledigt. Im Zentrum dieses Arbeitstages steht jeweils das Steingärtli vor dem Pontonierhaus welches von Unkraut und abgedorrten Blätter befreit wird und die Sträucher und Buxus Kugeln wieder in Form gebracht werden. Diese Arbeiten werden traditionellerweise von den beiden Zünfter Roland und Hanspeter Wullschleger „zelebriert“. Ein weitere „Dreier-Seilschaft“ beschäftigt sich mit der Riss-Sanierung des Vorplatzes mit flüssigem Bitumen. Sie Erfahren bei Ihrer Arbeit, dass der Umgang mit Brenner und heissem Asphalt eine schmerzhafte Sache sein kann.

Der fast wichtigste Teil der traditionellen Schiffswäsche ist aber die Verpflegung und Pflege der Kameradschaft. Dass dieser Part des Tages zum Erfolg wird, sorgten der Präsident Beat Bolliger und Vereinssekretär Maik Siegrist mit Ihren Helferinnen. Sie begannen schon bereits am Freitagabend mit der Zubereitung und ab Mitternacht garte das Fleisch im Smoker, so dass die gewünschte Garstufe pünktlich zum gewünschten Zeitpunkt erreicht war. Nach dem Essen absolvieren dann 14 Jungfahrer Ihre alljährliche Leistungsprüfung unter Aufsicht von 2 Inspektoren des Militärs. Die übrigen lassen den Tag mit Geselligkeit und Geschichten der durch die Covid-19 sehr eingeschränkten vergangenen „Fahrsaison ohne Wettkämpfe“ bis in die späten Nachtstunden ausklingen.

Bericht und Fotos: Bernhard Wullschleger, Aarburg